Life, Root

Von verpassten und verspäteten Zügen

That was weird.
Der Tag fing ganz normal an: Ich stand mäßig begeistert um 06:15 auf, um nach Aachen zu fahren. Mein Bus sollte um 06:47 kommen. In Düsseldorf sollte ich umsteigen uns nach 1:50h Aachen West erreichen. Soweit stellte das kein Problem dar. Beim Frühstück (06:35) musste ich dann feststellen, dass ich ein Zeitproblem hatte. Durch das Zeitproblem verringerte sich das Motivationsproblem. Allerdings nicht genug, sodass der Bus ohne mich zum S-Bahnhof fuhr.
Der Haken an der Sache: die nächste Verbindung dauerte 2:05 (S8 bis Mönchengladbach, dann weiter nach Aachen – alles S-Bahnen).
Zu dem Zeitpunkt schwer getroffen von diesem herben Rückschlag, rasierte ich mich noch zwei Mal und nahm anschließend den Bus um 07:07.
Wie ich angekommen war in Millrath S-Bahnhof musste ich feststellen, dass offenbar wenige Sekunden zuvor eine S8 in Schrittgeschwindigkeit den Bahnhof durchfahren hatte. Als wäre das nicht schon ungewöhnlich genug, näherte sich einige Minuten später, ebenfalls in Schrittgeschwindigkeit, ein RE4 (anscheinend der Zug in dem zu sitzen ich ursprünglich geplant hatte).
Ich ärgerte mich noch einmal, dass ich diesen Zug verpasst haben würde und fand mich damit ab, mit den Bummelzügen zum Vorkurs zu fahren.
Kurze Zeit später kam die S8.
Als wir kurz vor Hochdahl S den RE4 überholten fing es an, richtig spannend zu werden. Ich war immer noch überzeugt den Zug nicht bekommen zu würden, zumal dieser uns während des Halts in Hochdahl S wieder überholte.
Doch das Rennen sollte noch nicht entschieden sein. Auf dem Weg nach Erkrath gelang der S8 ein erneuter Teilsieg. Die frische aufgekommene Euphorie wurde auf halbem Weg zwischen Erkrath und Gerresheim jedoch effektiv zunichte gemacht, als der Zug auf offener Strecke stehen blieb.
Ich erwartete, dass der RE4 uns jeden Moment mit großer Geschwindigkeit überholte, doch stattdessen näherte sich (erneut in Schrittgeschwindigkeit) der RE4 und blieb neben uns auf der Strecke stehen.
Einige Minuten lang standen beide Züge stillschweigend nebeneinander. Es war offensichtlich: jedem Moment würde sich entscheiden, welcher Zug zuerst den Hauptbahnhof erreichen sollte. Ob ich mit dem flotten Regionalzug, oder mit zwei Bummel-S-Bahnen nach Aachen fahren würde. Dann endlich kam das erlösende Geräusch der sich lösenden Bremsen der S-Bahn.
In Gerresheim und Flingern hielt die S8 wie erwartet ihre Führung, sodass sich am Hauptbahnhof der Sprint zu Gleis 4 anschließen konnte. Nach wenigen Minuten erreichte auch der wohlbekannte RE4 sein Gleis.
Seitdem sitze ich auf einem netten Fensterplatz und schreibe an diesem Post. Gerade haben wir Rheydt Hbf verlassen und fahren mit 137km/h unserem Ziel entgegen =)

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